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Herren 2 schlägt Münchenbuchsee in einer emotionalen Partie!

Herren 2. Liga 14.01.2020

Nach dem Sieg vor Wochenfrist, schlägt das zweite VOPAP-Herren-Team erneut zu. Gegen den VBC Münchenbuchsee resultierte nach hartem Kampf ein 3:2-Sieg (25:20; 21:25; 25:23; 19:25; 15:11). Somit setzt sich VOPAP vorerst auf dem 3. Tabellenrang fest.

 

Nach nur einem Training mehr als beim Spiel letzte Woche kam uns Münchenbuchsee besuchen. Münchenbuchsee? War da nicht etwas?? Genau, Münchenbuchsee, welches uns in der Vorrunde nach drei gewonnenen Sätzen nur einen Punkt, und obendrauf noch einen netten Brief des Verbandes bescherte... Eigentlich war dieses Spiel mit Blick auf die Tabelle nicht eines welches wir unbedingt gewinnen müssen, aber komischerweise war jeder VOPAP-Spieler bis in die Haarspitzen motiviert. 
 
Ohne den angeschlagenen Schöni, dafür mit dem Debut von Raphael Scheidegger im Herren 2, machten wir uns ans Einwärmen. Beim genaueren Inspizieren des Gegners fiel auf, dass im Hinspiel der eine oder andere Leistungsträger gefehlt hatte. Gestern nun schien Buchsi inkl. Coach wohl in der stärksten Formation spielen zu können. Auch die Halle füllte sich für einen Montag Abend erstaunlich gut, wenn auch die meisten der Zuschauer ihre Sympathien mit dem Dorf auf dem Weg ins Seeland nicht verbergen konnten. Es hatte sich wohl rumgesprochen, dass dieses Spiel dank der Vorgeschichte ein hitziges werden könnte.
Wir starteten, mit Koller auf dem Pass und Gerber auf Aussen, mit zwei Ex-Buchsi-Spielern, ohne Furcht in das Spiel. Schon bald konnten wir einen kleinen Vorsprung herausspielen. Vor allem mit guten Services war die Annahme des Gegners zu knacken. Mitte des Satzes kam dann aber auch Münchenbuchsee etwas besser ins Spiel und glich das Score aus. Beim Stand von 15:16 war ein Timeout angesagt, nachdem wir die Führung etwas leichtsinnig aus den Händen gaben. Diese Massnahme schien sich zu bewähren und schon bald lagen wir wieder drei Punkte vorne weg. Mit 25:20 feierten wir den Sieg des ersten Satzes ausgelassen.
 
Beim wechseln der Feldhälften konnte man in den Augen der Buchsianer schon sehen, dass diese "not-amused" über den Verlust des Startsatzes waren. Uns egal. Klar, dass wir mit der selben Intensität weiter spielen wollten, und vorerst auch konnten. Schon sehr bald gingen wir wieder mit zwei Punkten in Führung, welche den Gegner schon früh zu einer Auszeit zwangen. Wie bei uns im ersten Abschnitt, konnte Buchsi anschliessend Profit aus der Ansprache ziehen. Beim Stand von 11:12 kam Salonen für Koller ins Spiel. Das Spiel nahm nun auch neben dem Spielfeld langsam Fahrt auf - vorerst noch in fairem Rahmen. Wir hatten leichte Vorteile und waren mit 1-2 Punkten vorne. Beim Stand von 21:20 kassierten wir dann aber fünf Services in Serie, welche wir nicht richtig kontrollieren konnten. Somit glich Münchenbuchsee mit 25:21 zum Satzausgleich aus.
 
Der Schluss war definitiv bitter! Aber wir hatten die Gewissheit, dass wir, mit Ausnahme des Schlusses, nicht viel falsch gemacht hatten. Somit waren wir auch sofort wieder motiviert um den Kampf aufzunehmen. Wie schon in den Sätzen zuvor konnten wir schnell in Führung gehen. Nur dieses Mal verteidigten wir die Führung erfolgreich. Die Deutlichkeit der Führung liess nun die Emotionen unter den mitgereisten Buchsi-Fans aufkochen, welche fortan mit unfairen Bemerkungen im Stile von pöbelnden Eishockeyfans nach Aufmerksamkeit buhlten. Cataldi wurde dies zu bunt und nach einem Ballwechsel tat er seinen Unmut betreffend der Fans kund. Der Schiedsrichter wusste nicht so recht was tun, also liess er das Spiel weiter laufen. Beim Stand von 13:17 war wieder ein Buchsi-Timeout an der Reihe. Angestachelt von der tobenden Meute neben dem Feld fand nun ein Buchsi-Spieler seine besten Services im Repetoire, und im Nu stand es 17:17. Weiter ging es im Gleichschritt. Neben den Fans fing nun auch der gegnerische Coach an jeden Ball lauthals zu kommentieren. Dies wurde schliesslich mit einer gelben Karte noch milde bestraft. Wir waren weiterhin einen Punkt im Hintertreffen. "Wieso den Gegner nicht mit seinen Mitteln schlagen?", dachten wir, und servierten wieder etwas agressiver. Dies zeigte auch sofort Wirkung, und im Endspurt konnten wir so den Satz noch zu unseren Gunsten drehen. Mit 25:23 war der Ausgang des Satzes aber enger als es eigentlich sein musste.
 
Einen Punkt hatten wir somit auf sicher. Aber selbstverständlich interessierte dies in diesem Spiel niemanden. Die Stimmung war mittlerweile so aufgeheizt, dass das Spiel zusehends hektischer wurde. Die Spieler von Buchsi kommentierten nun, ihrem Mentor an der Seitenlinie folgend, auch jede Ballberührung. Einer der Spieler entpuppte sich darin als wahrer Musterschüler...! Wir unsererseits kommentierten nicht die Ballberührungen, liessen uns aber zu etwas intensiverem Trash-Talk unter dem Netz durch verleiten. Auch die Hockeyfans hatten noch nicht genug, und sahen immer wieder Aufstellungsfehler, welche sie lauthals propagierten. Im Endeffekt war angerichtet für einen weiteren Abend von Volley Hollywood Papiermühle. Die vielen Nebenschauplätze taten unserem Spiel nicht wirklich gut. Beim Stand von 7:14 kam Koller für Salonen zurück aufs Feld, und beim Stand von 10:18 übernahm Gerber interimistisch die Position von Cataldi als Dia. Es nützte alles nichts, und schon gegen Ende des Satzes schienen die Gedanken und Kräfte für den Entscheidungssatz gebündelt zu werden. Mit 19:25 war dieser Satz dann auch deutlich.
 
Somit ging das emotionsgeschwängerte Spiel in die finale Runde. Und die Spieler auf dem Feld, die neben dem Feld, die Schiedsrichter und die Zuschauer gaben noch einmal alles! Nach zu Beginn leichtem Vorteil für Buchsi, konnten wir vor dem Seitenwechsel das Zepter übernehmen und den Vorsprung auf drei Punkte ausbauen (11:8). Buchsi kam noch einmal bis auf einen Punkt heran (11:10), für mehr reichte es aber nicht mehr. Schlussendlich waren es mehrere Eigenfehler auf des Gegners Seite, welche uns den viel umjubelten 15:11-Sieg brachten.
 

 
Es war eine saubere Teamleistung, welche es uns möglich machte gegen das klar favorisierte Team aus Münchenbuchsee zu gewinnen. Die Bank machte Stimmung und war, wenn gebraucht, bereit auf dem Feld Verantwortung zu übernehmen. Scheidegger feierte einen gelungenen Einstand als Aussenangreifer, und dürfte als unversell einsetzbarer Spieler in den nächsten Partien von grossem Nutzen für uns sein. 
Den Zirkus der Buchsi-Fans kannten wir schon aus den beiden Cup-Spielen der vergangenen zwei Jahre. Nur waren diese Spiele jeweils zu deutlich als dass grossartige Stimmung aufkommen konnte. Das gestern war dann leider aber des Guten zu viel. Die Fairness sollte auch beim fanen nicht ganz aus den Augen gelassen werden! 

 

 

Nächsten Dienstag, 21. Januar 2020, spielen wir um 20:30 Uhr in Langenthal gegen eben diese. Dies dürfte im Hinblick auf die Sicherung des frühzeitigen Ligaerhalts ein Schlüsselspiel werden. 

 

 

 
VOPAP H2 vs. VBC Münchenbuchsee 3:2 (25:20 / 21:25 / 25:23 / 19:25 / 15:11)

 

Für VOPAP spielten:

Philipp Gerber; Dave Zimmermann; Aaron Friedli; Dominic Schmutz; Dennie Schulz; Joel Perret; Raphael Scheidegger; Timo Rieder (Libero); Christian Cataldi (Captain); Marcel Koller; Patrick Salonen

 

es fehlten: Joel Schöni

 

Coach: Dave Zimmermann, Yves Leu